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Automatisierte low-level TV-Aufnahme

So, das böse Weihnachten ist vorrüber, Leonard widmet sich wie immer der Technik. Also nein, Aschenbrödel will noch aufgenommen werden, und der mPlayer hat genauso versagt wie me-tv. Also zack das "Ich bin zu blöd für Debian"-Wiki auf, und nach einer für mich passenden TV-Software gesucht. Vorweg: Ich hab einen Pinnacle Mini PCTV DVB-T Stick 73e, das steht zumindestens drauf. Dmesg zeigt mir, dass das Ding mit der Firmware "dvb-usb-dib0700-1.20.fw" super läuft. Die ist im Archlinux-Kernel-Firmware-Paket integriert. Nun, nach dem Ubuntu-Wiki bietet sich VDR für meinen Zweck perfekt an, ein automatischer Fernsehrekorder, der bestens mit DVB-T Sticks klarkommt, mit den Web-Interfaces die es dafür gibt scheint das Ding ein privater OTR zu sein. Also zack aus dem AUR installiert:

yaourt -S vdr vdr-streamdev vdradmin-am

Jetzt noch fix die channels.conf als Root anpassen, also mit einer Datei aus dem vdr Wiki ersetzen: Hier eine auswählen, und dann als /etc/vdr/channels.conf speichern. Jetzt müssen wir den VDR starten, doch zuerst sollten wir das Webfrontend starten:

# /etc/rc.d/vdradmind start

Und nun den VDR:

vdr -Pstreamdev-server -v /das/aufnahmeverzeichnis

Die Option -Pstreamdev-server startet den Stream-Server, damit wir uns das Fernsehbild auch anschauen können, die Option -v definiert das Verzeichnis, in welches Aufnahmen gepackt werden. Mit -d lässt sich der VDR auch als Dämon starten, allerdings scheint das Ding gerne den ganzen Rechner mit in den Tod zu reißen, wenn er mal abstürzt. Da ist es doch besser, den VDR nicht als Dämon laufen zu lassen.

Jetzt sollten wir 3 offene Ports in unserem System vorfinden: 2001, 3000 und 8001. Auf 2001 läuft der SVDRP-Server, welcher Steuerbefehle (wie gleich welche vom Web-Frontend kommen werden) annimmt. Auf 3000 läuft der Stream-Server, welcher zum Beispiel mit dem mplayer ganz leicht abgegriffen werden kann:

mplayer http://localhost/1

Wobei die 1 durch die Zahl des Senders ersetzt werden muss, welcher gerade geschaut werden soll. Und auf 8001 läuft das Web-Frontend. Es bietet sich also an, im Browser die URL localhost:8001 zu öffnen, um ins Web-Frontend zu kommen. Das fragt dann nach Zugangsdaten, die in der Standard-Konfiguration vdradmin:vdradmin lauten. Wie das Webfrontend zu bedienen ist dürfte sich von selber erklären, die EPG-Daten aktualisieren sich wohl automatisch, wenn gerade keine Aufnahme läuft. Sonst lässt sich auch über ein SVDRP-Kommando ein Suchlauf anstoßen, dazu einfach SCAN am Port 2001 an den Server senden, oder im Web-Frontend unter der Menüoption Commands.

Also insgesamt kein schweres Unterfangen, und jetzt viel Spaß mit dem automatischen Fernsehrekorder.

Ein paar Links:


Ubuntuusers-Wiki-Eintrag Offizielles Wiki Offizielles Portal

December 25, 2010